Für Business-Englisch gilt: Effizienz über Kreativität
(zuvor als englische Version gepostet)

Erwachsene darin zu trainieren Englisch zu sprechen, bedeutet normalerweise ihnen zu helfen im internationalen Umfeld unter Verwendung der englischen Sprache zu arbeiten. Es bedeutet nicht ihnen beizubringen wie man interessante Aufsätze schreibt oder wie man, jenseits der Grenzen des Standard-Smalltalks, eine angeregte Unterhaltung führt. Wenn ein Unternehmen Geld in die Weiterbildung seines Personals investiert, darf es erwarten, dass der Trainer sich auf arbeitsrelevantes Vokabular, Soft Skills (E-Mails, Telefonanrufe, Meetings, etc.) und jegliche Aussprache- oder Grammatikprobleme, welche das Verstehen-Werden beeinträchtigen, fokussiert. Dies ist für den Trainer häufig schwer zu akzeptieren, besonders wenn er normalerweise Kinder und Jugendliche oder Einwanderer unterrichtet. Es erfordert außerdem einen anderen, an die Lernziele der Schüler angepassten Unterrichtsstil.

Zum einen bedeutet dies, dass Materialien einen Geschäftsfokus haben sollten und keinen allgemeinen (dies kann so simpel sein wie „Tom went to the store to buy milk“ zu „Mr. Schmidt went to a meeting in Tokyo“ zu ändern). Es bedeutet außerdem, dass Spiele sehr viel sparsamer eingesetzt werden sollten, wenn überhaupt: ihr Zweck sollte es sein Unterhaltungen zu stimulieren und Vokabeln zu triggern und keine Belohnung darstellen, um die Lernenden im Kurs bei Laune zu halten (und dafür zu sorgen, dass sie sich für weitere Kurse einschreiben!). Eine Unterhaltung sollte von den üblichen Themen wie Reisen, Sport, Einkaufen und so weiter abweichen und stattdessen sollte sich über die Arbeitswoche, laufende Projekte, unübliche oder frustrierende geschäftsbedingte Themen unterhalten werden. Eine kurze Gesprächsrunde zu den Ereignissen der letzten Woche ist völlig in Ordnung, um die Schüler aufzuwärmen und ihre Gehirne auf Englisch umzuschalten, aber sie sollte nicht länger als ein paar Minuten pro Person dauern, bevor man sich dem täglichen Unterrichtsplan zuwendet.

Vor allem wird sich ein guter Business-Englischtrainer darauf konzentrieren, was die Schüler in jeder einzelnen Stunde erlernen müssen, um ihre Arbeit im Englischen besser zu machen und darauf, wie sie dieses Ziel möglichst schnell erreichen. Noch wichtiger ist es, dass sich die Schüler mit der Fachsprache wohl und sicher fühlen, und das ist eher ein Eliminierungsprozess als eine Ergänzung. Es ist nie falsch zwei Standardphrasen für eine Störung bzw. Unterbrechung zu lernen, zu lernen wie man um Klärung bittet, in Meetings eine gleiche oder unterschiedliche Meinung ausdrückt, wie man eine Nachricht für jemanden aufnimmt, eine E-Mail einleitet und beendet, um einen Gefallen bittet oder wie man jede andere der typischen täglichen Aufgaben, die wir während der Arbeit alle in Alltagssprache ausführen, ausdrückt. Der Fakt, dass Sätze wie „I’m afraid he’s not in the office today,“ oder „I’m sorry, I didn’t catch what you said,“ schon eine Millionen Mal gesagt wurden, macht sie nicht banal oder trivial; im Gegenteil, sie führen dazu, dass der Gesprächspartner sie sehr leicht und präzise verstehen kann, eben weil diese Sätze so gängig sind.

Ein geschäftlicher Diskurs ist, unabhängig von der verwendeten Sprache, extrem begrenzt – warum sonst benutzen Finanzzeitungen kontinuierlich „plummeted“ (stürzen), um über den Fall von Aktienkursen zu sprechen, oder Verben wie „broke off“ (abbrechen), um auf nicht weitergeführte Gespräche zwischen Firmen zu verweisen? Der Grund für diesen offensichtlichen Mangel an verbaler oder schriftlicher Kreativität ist, dass es (a) kaum die Gefahr eines Missverständnisses gibt, aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades dieser Worte, und dass wir (b) Worte, die wir ständig hören, sehr viel schneller lesen und verarbeiten können, als exotische Synonyme – und Zeit ist schließlich Geld. Tatsächlich kann eine E-Mail, die mit den Standardphrasen gefüllt ist, die wir schon unzählige Male vorher gelesen haben, sicher auf eine Weise überflogen werden, wie es bei einer Geschichte oder einem Gedicht nicht möglich wäre: wir suchen einfach nach der neuen, einzigartigen Information, welche im üblichen Rahmen enthalten ist. Tatsächlich vergleiche ich eine Businessemail oft mit einem gerahmten Bild an einer Museumswand: normalerweise besetzt das Bild mindestens 80% der Fläche und der Rahmen die restlichen 20%, aber in einer englischen Standard Businessemail sind die Verhältnisse umgekehrt. Mit anderen Worten, der „Rahmen“ (bspw. alle Standardsätze) können 80% der E-Mail füllen, während neue, einzigartige Informationen nur aus 20% des Ganzen bestehen.

Beim Thema „Standardsätze“ ist es wichtig, dass der Business-Englischtrainer sich über die aktuellen Entwicklungen des Business-Englisch-Korpora auf dem Laufenden hält. Gehen Sie davon aus, dass die meisten Trainer Listen von „Standardsätzen“ von ihrer Zentrale erhalten, die vorgeben das zu repräsentieren, was Muttersprachler in Meetings, am Telefon, usw. sagen. Allerdings lässt die Fähigkeit von Computern Millionen von Transkripten zu analysieren und die Sätze zu entnehmen die von Geschäftsleuten tatsächlich verwendet werden, diese Listen ziemlich lächerlich wirken. Nur ein Beispiel: Es wird fast nie vorkommen, dass Muttersprachler etwas sagen wie „Let’s have a meeting next week.“ oder „Let’s meet and discuss that.“, oder irgendetwas anderes, das irgendeine Form des Verbs „meet“ enthält. Die gängigere Formulierung ist vielmehr „Let’s sit down next week to discuss this.“ Folglich begeht jeder Business-Englischtrainer, der weiterhin darauf besteht, dass Schüler das Verb „meet“ statt „sit down“ nutzen, linguistischen Missbrauch.

Sobald Ihre Schüler aufhören sich selbst mit englischen Muttersprachlern zu vergleichen, die sie entweder persönlich oder aus Film und Fernsehen kennen, und stattdessen erkennen, dass diese Englisch Muttersprachler bei der Arbeit die exakt gleichen Worte schreiben und sagen, umso entspannter werden sie sich bezüglich ihrer flüssigen Sprachfähigkeiten fühlen. Sie werden außerdem selbstsicherer im globalen Geschäfteführen im Englischen sobald sie verstehen, dass die exakt gleichen Sätze von anderen Englisch Nicht-Muttersprachlern genutzt werden, denen sie begegnen. Diesen minimalen Standard zu erreichen ist der erste Schritt und häufig ausreichend. In einer neuen Sprache „interessant“ oder „kreativ“ zu werden ist ein weitaus entfernteres Ziel und eines, das wahrscheinlich nicht von Arbeitgebern finanziert wird! Ein effektiver Business-Englischtrainer muss seine Schüler/innen zunächst in Richtung des Erreichbaren bewegen, bevor er das Optimum anstrebt.
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For Business English, Efficiency over Creativity

Training adult students to speak English usually means helping them to work internationally using the English language. It does not mean teaching them to write interesting essays or hold a sparkling conversation beyond the limits of standard small talk. When a company invests money in training its staff in English, it has the right to expect that the trainer will focus on work-related vocabulary, soft skills (e-mails, phone calls, meetings, etc.) and any pronunciation or grammar problems that might interfere with being understood. This can often be difficult for trainers to accept, especially if they normally teach children and teens or immigrants. It also calls for a different style of teaching that is appropriate for the objectives the students are attempting to achieve.

For one thing, this means that materials should have a business focus, not a general one (this can be as simple as changing, “Tom went to the store to buy milk” to “Mr. Smith went to Tokyo for a meeting”). It also means that games should be used much more sparingly, if at all: their purpose should be to stimulate conversation and trigger vocabulary, not to serve as a reward that keeps students happy with the class (and continuing to register for more classes!). Conversation should shift from the usual topics of travel, sports, shopping and so on, and instead involve chat about the workweek, ongoing projects, unusual or frustrating business-related issues, etc. A quick roundtable recounting of the past weekend’s activities is fine to warm up the students and put their brains in the English zone, but it shouldn’t go on for more than a couple of minutes per person before turning to the day’s lesson plan.
Above all, the best Business English teachers will always be thinking about what the students in any particular class need to learn to do their work better in English, and how quickly they can get there. More importantly, the student must feel comfortable and secure with the functional language, and this is more a process of elimination rather than addition. There’s nothing wrong with learning two standard phrases each for interrupting; asking for clarification; agreeing and disagreeing in meetings; taking a message; beginning and ending an e-mail; asking for a favor, and any of the other typical daily tasks we all do in every language while at work. The fact that phrases like, “I’m afraid he’s not in the office today” or “Sorry, I didn’t quite catch what you said” have been said a million times before does not make them banal or hackneyed; on the contrary, it makes the speaker very easy to understand precisely because the phrases are so common.

Business discourse, regardless of the language used, is extremely limited—why else would financial newspapers continually use “plummeted” to talk about a falling stock price, or phrasal verbs like “broke off” to refer to discontinued discussions between companies? The reason for this deliberate lack of verbal or written creativity is that (a) there is almost no chance of misunderstanding due to its deep familiarity, and (b) we can read and process words we hear all the time much faster than more exotic synonyms, and time is money. Indeed, an e-mail filled with the same standard phrases we’ve read countless times before can be safely skimmed in a way that a story or poem cannot: we simply search for the new unique information contained within the usual framework. In fact, I often compare a business e-mail to a painting hanging in a frame on a museum wall: normally the painting occupies at least 80% of the surface area, and the frame another 20%, but in a standard business English e-mail the ratios are reversed. In other words, the “frame” (i.e., all the standard phrases) can fill up to 80% of the e-mail, while the new, unique information may only compose 20% of the total.

On the subject of “standard phrases,” it’s important that the Business English teacher keep abreast of developments in Business English corpora. It’s a safe bet that most teachers are given a list of “standard phrases” from their central office that purport to represent what native speakers say in meetings, on the telephone, etc. However, the ability of computers to analyze millions of transcripts and extract actual phrases used by modern businesspeople makes those lists look fairly ridiculous. As just one example, it’s almost never the case that native speakers say something like, “Let’s have a meeting next week” or “Let’s meet and discuss that,” or anything else containing any form of the verb “to meet.” Instead, the more typical phrase is, “Let’s sit down next week to discuss this.” Thus, any Business English teacher who continues to insist on students using the verb “meet” rather than the phrasal verb “sit down” is committing linguistic malpractice.

Once your students stop comparing themselves to native English speakers they know or have seen on TV or in movies, and instead start to realize that those native English speakers are writing or speaking exactly the same words in English at work, the more relaxed they’ll feel about reaching their functional fluency in the language. They will also feel more confident about conducting business globally in English once they understand that exactly the same phrases are being used by other non-native English speakers they encounter. Achieving this minimal standard is the first step, and it’s often enough—becoming “interesting” or “creative” in a new language is a far more distant goal, and one that is not likely to be subsidized by their employers! The effective Business English teacher needs to move her/his students towards the attainable before reaching for the optimal.
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